Mittwoch, 18. August 2010
DirchSeit einigen Jahren leben wir schon ohne Fernseher und ich muss sagen, dass wir diesen Schritt niemals bereut haben. Nach einem kurzen, kalten Entzug, wird einem erst bewusst, wie unwichtig dieser Kasten überhaupt ist und wieviel Lebenszeit, die man nie mehr zurückbekommt, einem die Glotze raubt.
Claudia hat ja letztens auch den Schritt in eine fernsehfreie Welt gewagt und fühlt sich wohl dabei. Nicht wahr? 
Unsere Gründe waren nicht nur die Zeit, die einem gestohlen wird, sondern auch Verblödung und Konsumterror, die einem durch Werbung aufgezwungen werden. Der wichtigste Grund war jedoch, unsere Kinder vor diesem Ungetüm Fernsehen und seinem Intellekt fressendem Programm zu schützen.
Immer wieder wird unsere Entscheidung bestätigt: Gescriptete Realitysoaps, Dailysoaps, Gameshows, in denen gesellschaftlich ausgebrannte Menschen um einen Arbeitplatz kämpfen dürfen, Gameshows für die Dummen, die nicht merken, dass sie beschissen werden, Big Brother, das nur noch durch den Dreisatz "Ficken, Fressen, Fettetitten" Quoten bringt, X Y Z Promis, die Live im Dschungel Känguruklöten fressen und so weiter uns so fort. Doch heute bin ich über einen Artikel auf der süddeutschen gestolpert, der das ekelhafte, abstoßende Gesicht eines Privatsenders zeigt, der mit unmenschlichem "Unterschichtenfernsehen" nach Quoten geilt und sich die Verblödung des Fernsehzuschauers als erklärtes Ziel auf die Fahnen geschrieben zu haben scheint.
Drei neue Sendungen gibt es da auf RTL II zu sehen. In der einen greift der Sender tief in den Promi-Mülleimer und fischt aus dem Bodensatz eine Transe und einen RTL-Modrator hervor, die vor der Kamera das Tier in sich herauslassen sollen. Doch stattdessen bekommt man grenzdebile Vollidioten zu sehen, die sich mit Tierdung beschmieren und unartikulierte Laute von sich geben. Eine Beleidigung für das Tierreich und lediglich eine Chance für abgenutzte hirnlose Zombies, sich mal wieder in die Schlagzeilen zu bringen.
In einem weiteren Format stellen sich weitere Kandidaten der Hirnlosklasse zur Verfügung, um sich ihre Pelle von zwei "Startätowierern" verschönern zu lassen. Ich kann nicht verstehen, was daran spannend sein soll?! Soviel zum Thema Verblödung.
Ekelhaft menschenverachtend wird dann aber das dritte Format: Da wird eine 22 jährige, ehemalige Sonderschülerin in einer Abnehm-Doku als "Fressmaschine" angepriesen, laut einer "Expertin" als "sehr einfach gestrickte und wenig intelligente" Frau betitelt, "die offenbar nicht immer weiß, was sie tut und sagt." Jede emotionale Reaktion wird ihr zum Nachteil gereicht und so ausgelegt, als wäre es genau dass Ziel, dass zu erreichen es gäbe. Diese wurde mit sieben weiteren, stark übergewichtigen Teenagern nach Afrika verschleppt und darf nun bei 40° im Schatten medienwirsam gegen ihr Übergewicht kämpfen. "Abenteuer Afrika" nennt RTLII das, mit dem bezeichnenden Untertitel "Deutsche Teenies beißen sich durch"! Hier wird ausgeschlachtet, was Medien und Gesellschaft denen antut, die sich nicht wehren können, aus welchen Gründen auch immer. Und anstatt dass zu zeigen, was den Menschen in seiner Evolution überhaupt so erfolgreich gemacht hat, die Fähigkeit zur Empathie, wird hier auf niederen Instinkten herumgeritten wie Hass und Schadenfreude und der "Unterschicht" an die dieses Programm angeblich gerichtet ist die Botschaft übermittelt: Macht euch keine Sorgen! Vergesst Massenarbeitslosigkeit, Überwachungsstaat, Erderwärmung, Klimakatastrophen, Hunger, Leid, Staatswillkür! Beschiss, Selbstbedienung und kontrolierte Versklavung der Gesellschaft, zur Bereicherung der Oberklasse! Es gibt immer einen, dem es noch schlechter geht wie Euch!!! Panem et circenses in hochmoderner Form! Doch dass es dieses Format gibt, macht mir weniger Angst, als die Tatsache dass es scheinbar konsumiert wird.
Nein! Wir haben es nicht bereut, den Fernseher gegen Bücher getauscht zu haben.
Noch einen schönen Tach sach! Der Dirch
Hier der Link zum Bericht
Freitag, 6. August 2010
ClaudiaNeugierig gemacht durch diverse Buchbesprechungen im Web landete ich bei der Lektüre der beiden Bücher des Berliner Rechtsanwaltes Ferdinand von Schirach. Er erzählt in diesen Büchern Geschichten von Menschen, die aus unterschiedlichsten Lebenssituationen und Motivationen heraus zu Verbrechern wurden. Während er im ersten Buch nur die Fälle an sich und ihre Entwicklung bis zur Tat schildert, versucht er im zweiten Buch zumindest hin und wieder eine (äußerst kurze) Auseinandersetzung mit der Schuldfrage dahinter.
Viele Worte macht er wahrlich nicht. In klaren, schnellen Sätzen, teilweise verstörend kurz, schildert er das Geschehen und lässt es zumeist unkommentiert. Sein Stil ist nüchtern. Wie auf einer Zeitschiene schildert er die Ereignisse der Reihe nach. Wenn die Story erzählt ist, hört er auf. Punkt. Er verliert sich nicht in Wertungen, Deutungen und Philosophieren, sondern er erzählt aus der Ich-Perspektive eines Rechtsanwaltes dessen Fälle. Nicht mehr aber auch nicht weniger.
Das erste Buch - Verbrechen - finde ich persönlich eindeutig gelungener als das zweite. Wenn man beide Bücher hintereinander liest, fällt sofort das unterschiedliche Layout auf. Während im ersten Buch kleine Buchstaben und eine etwas höhere Zeilenzahl gewählt wurden, wird im zweiten Buch - Schuld - nur noch 66% des ersten Textes auf annähernd dieselbe Seitenzahl aufgebläht und die Buchstaben springen einen förmlich an. Dabei schildert er im zweiten Buch sogar mehr Fälle als im ersten, diese aber - bis auf eine Ausnahme - nur sehr kurz und oberflächlich. Vielleicht kann ein Rechtsverdreheranwalt naturgemäß mit dem Thema Schuld weniger anfangen - schade ist es allemal, denn das erste Buch versprach einiges.
Die Geschichten im zweiten Buch wirkten deutlich unausgegorener als im ersten Buch. Gelegentlich erwischte ich mich schon bei der Frage, wer diese Räuberpistole in dieser plötzlichen Detailreiche nun glauben soll, wenn russische Drogenbosse und deren tumbe Gehilfen einfach mal ersatzweise einen zweiten Maserati klauen gehen (und den vor Ort auch noch schnell und zielsicher finden), weil der erste leider bis unter das Dach voller Dreck und Exkremente ist, weil der Hund einen wichtigen Schlüssel fraß und man ihm erst Abführmittel gab und ihn dann selbst aufschlitzte, weil der Tierarzt auch für richtig gutes Geld das einfach nicht zwischen Tür und Angel operativ erledigen und das Tier gleich wieder mitgeben wollte... Eine Story, die in keinem Heftroman so über den Lektorentisch drüber gekommen wäre (hoffentlich!), ausgeführt auf immerhin 32 qualvoll langen Seiten.
Andere Fälle, bedrückend klar und nachvollziehbar zum Beispiel die Einsamkeit einer jungen Frau, die nach einer Vergewaltigung schwanger wird und das Kind heimlich zur Welt bringt und es dadurch zu Tode bringt, wurden kurz und knapp in den Raum geworfen, 8 kurze Seiten mit dicken Buchstaben und fertig.
Ich als Leserin hätte mir da ein wenig mehr Struktur gewünscht, so war es eine schlaglichtartige Aneinanderreihung vieler Fälle, unsortiert, unkommentiert und ohne inneren Verbund. An dem zweiten Buch hätte er lieber noch ein wenig arbeiten oder die Schuldfrage ausklammern sollen. Die Fallgeschichten alleine wären spannend genug gewesen. Interessant zu lesen war es dennoch, wenn auch etwas unverdaulich und ohne tiefergehenden Nährwert. Bunte Geschichten am Lagerfeuer, bei Tageslicht schnell wieder vergessen.
Ferdinand von Schirach
Verbrechen 205 Seiten Piper Verlag 2009
Schuld 208 Seiten Piper Verlag 2010

Freitag, 6. August 2010
ClaudiaSieben Uhr, die Türen der kleinen Regionalbahn öffnen sich und Menschen steigen ein. Der Junge läuft mit schnellen Schritten über den Bahnsteig und steigt zu. Er ist ein wenig zu bieder angezogen, sein Blick ein wenig zu schüchtern, irgendwie ist seine ganze Erscheinung mit den Worten "ein wenig zu" gut zu umschreiben. Die Frau mit der Anderthalbliterflasche Cola läuft kurz hinter ihm, die Cola ein wenig zu sehr geschüttelt beim Laufen, ihr filziger Wollpullover ein wenig zu ausgewaschen und knubbelig, ihre Brüste ohne BH ein wenig zu haltlos, ihr Gang ein wenig zu krumm, ihre Schritte ein wenig zu tapsig und kurz. Sie hat es eilig. Sie muss ihrem Jungen die Flasche bringen und ihn schnell noch fragen, mit welchem Zug er zurückkommen wird, denn sie wird zu dieser Zeit dort auf ihn warten. Es wird der Siebzehn-Uhr-Zug sein. Er ist es an jedem Tag, an dem sich diese Szene abspielt. Die Menschen sehen einen ungelenken jungen Mann und eine recht einfache Frau, die wohl beide nicht zur höheren Bildungsschicht gezählt werden können. Ihr sieht man es deutlicher an als ihm. Die anderen grinsen, sehen weg und schielen nur heimlich-schadenfroh hin, um auch nichts zu verpassen von dieser eigentümlichen Szene. Einige lachen auch schon mal kurz auf, wenn die beiden in exakt gleichem Abstand über den Bahnsteig hetzen - wie jeden Morgen um dieselbe Zeit, wenn der Sieben-Uhr-Zug einfährt. Doch was zeigt diese Szene, wenn man einmal die vorurteilsbehafteten Augen schließt? Mutter und Sohn, die aufeinander eingespielt sind, sich in einer Welt miteinander arrangiert haben, in die die sogenannten normalen Menschen niemals Einblick erhalten werden. Eine Welt, in der nur diese beiden Menschen zuhause sind. Ein stabiles Gefüge, geprägt aus sorgsamem Miteinander und gegenseitiger Achtung. Er stöhnt nicht genervt und sagt nicht, dass er immer um dieselbe Zeit heimkommt und sie das doch genau wisse. Sie stöhnt nicht und sagt ihm nicht, er hätte seine Flasche auch gefälligst gleich mitnehmen können, wozu sie die immer hinterherschleppen müsse, wo er doch schon so groß sei. Stattdessen gehen sie jeden Morgen und jeden Abend gemeinsam diesen Weg. Sie versorgt ihn, obwohl er es sicher auch schon selbst könnte, er spricht mit ihr geduldig und respektvoll. Man könnte viel von ihnen lernen, wenn man die Augen schließt und das Herz offenhält.
Sonntag, 1. August 2010
ClaudiaIch habe mal wieder an den Linklisten herumgebastelt. Einige Spielratze haben schon wieder ein neues Banner, ein Forum verschwand ungesehen und auch zwei Neuzugänge sind unter Weblogs zu finden:
Ach ja - und noch immer sind unsere Linklisten absolut willkürlich und ohne Grund so angeordnet, wie sie sind. Es kütt wie es kütt. Anschauen, Freuen, Wiederkommen nicht vergessen... 
Samstag, 31. Juli 2010
ClaudiaVor einer Woche habe ich endlich einen Entschluss in die Tat umgesetzt, den ich schon längere Zeit in mir trug: Ich habe meinen Fernseher abgeschaltet, um ihn zu entsorgen. Endgültig losgeworden bin ich das zeitfressende Monstrum erst am Donnerstag. Man sollte kaum glauben, wie schwer es mittlerweile ist, jemandem einen Röhrenfernseher anzudrehen. Verschenken hat dann schlussendlich funktioniert und jemand hat mich von diesem Höllenwesen befreit. Wir haben ihn tatsächlich zu dritt die Treppe herunterbefördern müssen, weil er - nun ja - ein wenig unhandlich war. Meine letzte Sendung, die ich angesehen hatte, war die Lindenstraße, und so manches wie gelegentlich einen Tatort oder Doku-Sendungen werde ich sicher auch noch weiterhin über Internet ansehen. Ich werde jetzt nicht zum Medienverweigerer, ganz im Gegenteil, aber dieses hirnlose Zeitverschwenden hat definitiv ein Ende. Ich habe in den letzten Jahren zuviel Zeit nutzlos vor diesem Gerät verbracht. Die Wochenenden und Abende rauschten nur so an mir vorbei und ich fand immer weniger Zeit und vor allem Energie für Dinge, die mir einmal Spaß gemacht haben. Die Zeit zerrann ungenutzt unter meinen Fingern und ich wurde immer unzufriedener. An der Stelle, wo die Glotze stand, befindet sich nun eine recht gemütliche Leseecke und ich staune selbst, wie wenig Entzugserscheinungen ich bisher verspüre. (Sollten sich in nächster Zeit hier eigenartige Blogeinträge häufen, weist mich bitte darauf hin oder ladet mich mal zu einem Fernsehabend ein, ja!?  ) Ich habe in dieser Woche bereits drei Bücher gelesen, was ich in dieser Geschwindigkeit lange nicht mehr getan habe. Meist beschränkte sich meine Lesezeit nur noch auf die Zugfahrten von und zur Arbeit - und auch das wurde immer öfter durch den MP3-Player ersetzt. (Der wird mein nächstes Opfer, bleibt demnächst zuhause und dient dort zum Anhören von Hörbüchern.) Erstaunlich sind die Reaktionen der Menschen, denen ich bisher davon erzählte. Genau einer (Danke, Dirch!  ) fand es ausdrücklich gut. Die anderen fragten mich, als sie von der Aktion hörten, sofort, welches ominöse Wundergerät ich mir stattdessen anschaffe. „Wie - gar keins!? Guckst du jetzt alles am Computer oder was!?“ Oder es folgten nur eigenartige Blicke, so ein Schmunzeln und Gesichtabwenden und man ahnte die Gedanken: Jetzt spinntse völlig! Der Gedanke, ohne Fernseher zu leben, scheint den meisten Zeitgenossen tatsächlich völlig fremd und unverständlich zu sein. Aber wisst ihr was!? Bis jetzt fühlt es sich gut an. Schauen wir mal, wie es weiterhin wird im Laufe der Zeit.
Montag, 31. Mai 2010
ClaudiaHurra! Wir sind Lena. 
Ein verdienter Sieg für ein nettes und natürliches Mädchen und ein Lied, das einfach Freude macht (und vielleicht auch gar nicht mehr will als das). Vielleicht ist es nicht jedermanns Fall, aber hey Leute, wo ist euer Spaß und die Leichtigkeit abgeblieben, warum so boshaft und bissig?
Ich freue mich für Lena und für alle, denen dieser Grand Prix ein Stückweit Gemeinschaftssinn, Lebensfreude oder vielleicht auch nur ein tolles Erlebnis am Wochenende gegeben hat. Man muss ja nicht alles mitmachen, wenn es einem nicht liegt, aber ein wenig Toleranz und Wohlwollen gehen doch immer, oder? 
Und ja, mir gefällt das Lied. 
Sonntag, 16. Mai 2010
DirchRobert Sheckley - Lebensgeister GmbH Immortality Inc. Herausgegeben 1968
Es ist tiefe dunkle Nacht und der Yachtbauer Thomas Blaine fährt mit seinem Auto auf dem Highway Richtung New York. Als die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Fahrzeuges aufleuchten, reduziert er sein Tempo. Doch ganz plötzlich verliert er die Kontrolle über seinen Wagen, sieht die entgegenkommenden Lichter auf sich zurasen und stirbt. Das war 1958.
Thomas Blaine erwacht in einem hellen weißen Raum. Um ihn herum eine Traube aus Ärzten und wissenschaftlichen Angestellten, die ihm unbekannte Geräte bedienen. Eine attraktive wie äußerst kühle Frau, Marie Thorne, erkärt ihm, dass ihre Firma, die Rex Corporation, ihn mit Hilfe des von ihnen entwickelten Rex-Antriebssystems das Leben gerettet hat, indem Rex seinen Geist aus dem toten Körper Thomas Blaines in einen neuen Wirtskörper transferiert hat. Das war 2110.
Die Rex Corporation tat dies jedoch illegal und aus einem wenig selbstlosen Grund: Thomas Blaine soll die Werbeikone für den Rex-Antrieb werden, der Zeitreisen ermöglicht. Blaine unterschreibt eine Erklärung, die die Rex Corporation von sämtlichen rechtlichen Haftungsansprüchen bezüglich der Lebensrettung enthebt. Als die Werbeaktion abgeblasen wird, weil der Firmenchef plötzlich kalte Füße bekommt, wird Blaine auf eigene Füße gestellt und macht sich auf die Entdeckungsreise in eine Welt, in der der Mensch dem Tod scheinbar ein Schnippchen geschlagen hat und Geister, Zombies und Amokläufer alltägliche Dinge sind. Genauso alltäglich wie die Menschenhändler, die auf der Suche nach unvorsichtigen Menschen sind, sie entführen und auf dem Schwarzmarkt für Wirtskörper gewinnbringend verkaufen. Die Menschenhändler sind jedoch nicht seine einzige Sorge. Von einem Zombie verfolgt und einem Gespenst bespuckt, muss er sich in der neuen Welt behaupten. Doch er bekommt Hilfe von Seiten, von denen er sie am wenigsten erwartet.
Robert Sheckley ist mit "Lebensgeister GmbH" eine schöne Mischung aus klassischem SciFi und manchmal vermeindbarer Gruselgeschichte gelungen. Sein Humorvoller und oftmals ironischer Schreibstil ist für manchen Lacher gut und auch die Auseinandersetzung mit den Themen Religion und geistiger Unsterblichkeit ist köstlich. Sheckley zeichnet eine dystopische Zukunft der Menschheit, in der einem Menschen mit Geld kein Tod mehr droht und "Jenseitsversicherungen" das Wort "Lebensversicherung" wörtlich werden lässt. Wer zwischen den oft humoristischen Zeilen liest, bekommt jedoch eine Gesellschaft gezeigt, in der Mitmenschlichkeit keine Rolle mehr spielt, die letzten Mythen und religiösen Geheimnisse wissenschaftlich entzaubert, Selbstmordkabinen an jeder Straßenecke zu finden sind und ein Amokläufer umsomehr taugt, je mehr Menschen er mit sich reißt.
Die Handlung ist spannend, die Motive der handelnden Personen nachvollziehbar und nirgends stolpert man über logische Fehltritte. Nur das Ende kommt, wie in vielen Werken aus dieser Zeit, sehr abruppt und war für meinen Geschmack ein wenig unbefriedigend, jedoch bei Weitem nicht das schlechteste Ende.
Mit 154 Seiten ist es ein recht schmales Werk und an einem langen Nachmittag durchzulesen. Große Empfehlung für jeden SciFi Fan!
Erwähnenswert ist noch, dass "Lebensgeister GmbH" als Vorlage des Films "Freejack" gilt. Damit wird die Taschenbuchausgabe die ich besitze sogar beworben. Mit großem Foto von Emilio Estevez und Mick Jagger. Der Film war sogar ganz gut, hat aber mit der Vorlage bis auf der Grundidee des Zeitreisens nicht mehr das Geringste gemeinsam. Es sind zwei völlig unterschiedliche Geschichten! Aber die Werbestrategie hat trotzdem funktioniert. Ich war neugierig, wie die Vorlage zu einem guten SciFi wohl sein würde und wurde nicht enttäuscht. Wie in den meisten Fällen ist die Vorlage um Längen besser als der Film. So auch hier. 
Noch einen schönen Tach sach! Der Dirch
Dienstag, 4. Mai 2010
ClaudiaHier nun ein weiteres Werk für die neue Kategorie Buchtipps zum Fürchten - Bücher, die man nicht unbedingt gelesen haben muss. Hier kommen nur ganz besondere Werke rein, reines Nichtgefallen reicht dazu nicht. Sie müssen mich ärgern, und zwar richtig. 
Das Buch „Die Mittwochsbriefe“ hat ein wunderschönes Grundthema, das mich spontan zugreifen ließ, als ich das Buch im Laden sah. Das Cover tat ein übriges. Es versprach eine schöne Wochenendlektüre. Letztlich hielt dieses Buch das Versprechen sogar - aaaber… es ist ja nicht umsonst in dieser Rubrik gelandet, nicht wahr!? 
Jack und Laurel, ein altes Ehepaar, sterben in derselben Nacht Arm in Arm. Ihre drei erwachsenen Kinder ordnen nun den Nachlass ihrer Eltern und stoßen dabei auf tausende von Briefen, die ihr Vater an seine Frau geschrieben hat. Jeden Mittwoch einen Brief, egal ob sie zusammen waren oder getrennt, ob sie sich während des Schreibens im gleichen Raum aufhielten oder weit voneinander entfernt waren.
Zunächst noch muten diese Briefe recht harmlos und romantisch an. Liebesbriefe eines Mannes, der zeitlebens sehr an seiner Frau hing und es sogar schaffte, sie nicht lange zu überleben, sondern mit ihr gemeinsam von dieser Welt zu gehen. Sie offenbarten eine Nähe der Eheleute zueinander, die schlicht neidisch macht.
Doch zwischendurch ohne Vorwarnung ein Brief, der so gar nicht ins Muster passen will. Enttäuschung und Verzweiflung klingen durch, undurchsichtige Andeutungen, Ärger auf die Frau, die er liebt, und was sie getan hat. Spricht zunächst alles dafür, dass die Frau ihren Mann irgendwann einmal betrogen haben muss, so setzt sich langsam Stück für Stück ein Puzzle zusammen, das einen viel tragischeren Grund offenbart und Folgen bis in die Gegenwart hat. Laurel wurde vergewaltigt und der dritte Sohn stammt aus eben dieser Nacht.
Besonders jener Sohn hat naturgemäß sehr an dieser Erkenntnis zu knabbern - und an der Tatsache, dass die Eltern niemals in all den vielen Jahren ein persönliches Wort zu ihren Kindern über diesen doch einschneidenden Vorfall verloren haben. Nur die Briefe schrieb Jack weiter. Mittwoch für Mittwoch, mal lange Briefe, mal nur ein paar hastige Zeilen auf irgendwelche gerade verfügbaren Zettel gekritzelt - aber jede Woche. Er hat Laurel einst das Versprechen gegeben, jede Woche zu schreiben und er hielt es auch. In der Nacht, als Laurel plötzlich gestorben war, setzte er sich hin und schrieb seinen letzten Brief an sie. Und starb wenig später in ihren Armen.
So wunderschön diese Liebesgeschichte auch sein mag - auch hier findet sich wie in diesem Buch wieder diese verquaste Ansicht, dass Verzeihen und Vergeben alles zu heilen vermag. Der Vergewaltiger führt zum Schluss ein ehrbares, gottesfürchtiges Leben und hat dem Alkohol, der einzig und allein Schuld an allem Elend war, abgeschworen. Laurel hat ihm längst verziehen, der durch eine Vergewaltigung gezeugte Sohn wurde in der Ehe liebevoll aufgezogen und von Jack immer als sein eigener Sohn akzeptiert. Hochachtung vor Menschen, die so etwas hinbekommen, wirklich. Aber auch hier wieder Vergeben und Verzeihen einfach mal so mit einem Handstrich. Ein paar enttäuschte Briefe zwischendurch, danach alles wie immer. No Problem.
Mir ist das zu einfach. Vielleicht kann man tatsächlich irgendwann mit einer Vergewaltigung ins Reine kommen, für sich persönlich Frieden finden. Aber das ist doch etwas grundlegend anderes als mal eben zu vergeben und zu vergessen und alles wird gut. Ist doch alles nicht so schlimm gewesen, oder wie? Nein, in dieser Einfachheit überzeugt es mich nicht. Ich wünschte wirklich, es ginge so einfach.
Es hätte der Geschichte gut gestanden, den Konflikt stärker herauszuarbeiten. So war es mir eindeutig zu seicht und - sorry! - zu unglaubwürdig trotz der ansonsten schönen Story.
Die Mittwochsbriefe Jason F. Wright Heyne Verlag, Januar 2009 288 Seiten, Hardcover
Dienstag, 4. Mai 2010
ClaudiaDieses Buch wird der Auftakt einer neuen Kategorie im Mordsblog: Buchtipps zum Fürchten. Oder anders ausgedrückt: Bücher, die man nicht unbedingt gelesen haben muss. Hier kommen nur ganz besondere Werke rein, reines Nichtgefallen reicht dazu nicht. Sie müssen mich ärgern, und zwar richtig. 
Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott hat es geschafft. Platz 1 der neuen Kategorie. Dabei liest es sich nicht einmal schlecht, stellenweise recht launisch und kurzweilig. Es ist schnell weggelesen und das spricht für das Buch. Man muss es Young zugute halten, dass er schreiben kann, seine Figuren lebendig und plastisch gestaltet.
Doch der Ansatz für das Thema, das er ausgewählt hat, treibt mir Wutpickel an Stellen, die ich hier öffentlich nicht nennen werde. 
Kurz gesagt geht die Geschichte um einen verzweifelten Vater, dessen jüngste Tochter verschwand und sehr wahrscheinlich ermordet wurde. Alle Spuren weisen auf einen Serienmörder hin, der schon mehrfach zugeschlagen hat und immer wieder auf dieselbe brutale Art und Weise tötet und jeweils ein kleines Andenken für die verzweifelten Angehörigen hinterlässt. Spuren des Mädchens und ihr blutverschmiertes Kleid finden sich in einer einsamen Schutzhütte im Wald. Von der Leiche des Kindes keine Spur, so dass die Eltern nicht einmal Gelegenheit haben, an einem Grab Abschied zu nehmen. Und das alles wegen eines winzigen unachtsamen Augenblickes. So tragisch in kurzen Worten die Grundstory.
Aber dann geht es los. Als seine Verzweiflung ihn zu erdrücken droht, bekommt Mackenzie einen Brief von „Papa“, so der Begriff seiner Frau für Gott. Es ist eine Einladung für ein Wochenende in eben jene Hütte, in der sich die letzten Spuren seiner Tochter fanden. Und dann trifft er nicht weniger als drei höchst skurrile Gestalten, die sich ihm als Gott, Papa, Dreifaltigkeit und weiß der Teufel (sorry! ) noch alles vorstellen. Ein Zimmermann ist dabei (logo!), eine schwarze Frau, die man sich am ehesten wie Whoopie Goldberg vorstellen kann in ihrer frechen Art, und eine recht nebulöse Asiatin, die aber sehr im Hintergrund bleibt, wie es sich für den heiligen Geist wohl geziemt. Und diese drei verbringen nun gemeinsam mit Mackenzie ein höchst denkwürdiges Wochenende an einem noch denkwürdigeren Ort und unterziehen ihn und den Leser - man kann es kaum anders ausdrücken - einer Gehirnwäsche, die es in sich hat.
Liest sich dieses Buch anfangs trotz des harten Themas noch recht vergnüglich, so mag man es spätestens dann in die Ecke schleudern, wenn sinngemäß Sätze fallen wie „Oh, aber ich war bei ihr in ihrer schwersten Stunde, sie war so unglaublich tapfer und hat sich solche Sorgen um euch gemacht.“ Wohlgemerkt bezogen auf ein kleines Mädchen, das brutal vergewaltigt und ermordet wird, gemünzt auf die akute Situation und die Frage, warum zum Henker Gott nicht eingegriffen hat, wenn ihm ja alles so wahnsinnig leid tut und er ja immer bei ihr war.
Man stelle sich einmal einen verzweifelten Menschen vor, dem eben genau dieses Schicksal geschehen ist und der händeringend nach Antworten sucht, sich dieses Buch kauft in der vagen Hoffnung auf was auch immer - und so etwas lesen muss! Ich kann es kaum ausdrücken, was mich da umtreibt!
Nun ja, machen wir es nicht länger, als es dieses Buch letztlich verdient: Der Mann findet seinen Frieden mit Gott, die Leiche des Kindes wird gefunden und beerdigt, alles schnuffig und friedlich, und am Ende weiß man nicht, ob er einen Traum hatte oder das alles wirklich erlebt hat. Aber alle gemeinsam glauben fest daran und sind wieder glücklich. Tjo dann…
Nun glaube ich ja erklärtermaßen nicht an Gott und derlei Merkwürdigkeiten, die keinerlei Sinn ergeben. Ich käme dennoch niemals auf die Idee, einem Menschen seinen Glauben abzusprechen. Aber was hier unter dem Deckmäntelchen „Gott“ ausgedrückt wird, ist an Verhöhnung von Verbrechensopfern kaum noch zu toppen. Will die Geschichte einerseits Mut machen, so lässt sie die Betroffenen - in guter Tradition der Kirchen - doch mit ihrem Trauma bis zum Hals in der Pampe stecken. Wird schon alles wieder gut, Papa ist bei dir und sei schön voller Frieden im Herzen und glaube nur an mich. Wirst schon irgendwann erkennen, wozu es alles gut war… Die Rechtfertigung schlechthin.
Sorry, aber damit kann ich persönlich gar nichts anfangen und daher gehört dieses Buch in die Rubrik Buchtipps zum Fürchten.
Die Hütte Ein Wochenende mit Gott William Paul Young Verlag Allegria, Juni 2009 304 Seiten, Hardcover
Mittwoch, 28. April 2010
ClaudiaMorgens um sieben soll die Welt ja noch in Ordnung sein. Müde Pendler sitzen schlaff in den blauen Sitzen der Bahn, ans Fenster gelehnt oder zum Gang hin, möglichst weit weg vom Sitznachbarn. MP3-Player in den Ohren, Rückzug in die eigene Welt, möglichst allein sein, auch wenn die Enge im Zug von Station zu Station drückender wird. Manche lesen ein Buch oder in der Zeitung oder sie dösen noch ein paar Minuten, bevor sie zur Arbeit müssen. Lärmende Schulkinder beleben die Szene. Sie stehen und sitzen im Gang herum und turnen an den Haltestangen, aufgeregt, unruhig, zappelig. Die Mädels begrüßen einander mit pseudo-liebevoll aneinander vorbeigehauchten Küsschen und leeren Blicken, die Jungs mit coolem Handschlag, bei dem sie einander höchstens aus den Augenwinkeln ansehen. Besser aber gar nicht.
Und an der nächsten Station steigt ER ein. Das fleischgewordene Klischee eines Lehrers. Geschätzte Ende Fünfzig, Tweed-Sakko mit aufgenähten Leder-Ärmelschonern, dunkle Jeans, abgenutzte braune Leder-Aktentasche von vor mindestens zwanzig, eher dreißig Jahren, ordentlich gescheitelte, nur einen Tick zu lange Haare, die ein wenig zu selten gewaschen werden und glanzlos-fettig am Kopf kleben. Und im Gesicht ein fest verankertes und allzeit präsentes Lächeln zum Weglaufen. So eine ganz spezielle Mischung zwischen päpstlich-salbungsvoll, Versicherungsvertreter und Leck mich am Arsch. Auf der gefühlten Skala mehrheitlich bei Versicherungsvertreter, Tendenz Papst.
Im Gefolge des Mannes tagtäglich derselbe Junge. Dasselbe ölige Dauergrinsen wie sein Lehrer, dieselbe schmierig-kriecherische Dauerfreundlichkeit, die ihn als Loser ausweist, als einen, der nicht wirklich zu den anderen Jugendlichen dazugehört, es niemals wird, es vielleicht auch nicht will, weil er sich überlegen fühlt. Oder ausgeschlossen und schon vor langer Zeit als nicht dazugehörig klassifiziert. Er klebt am Lehrer. Buchstäblich. Anfangs dachte ich noch, es sei sein Sohn, bis ich das erste Gespräch zwischen beiden mitbekam und er den Lehrer siezte und mit Herr Müller ansprach. No Way, das ist sein Fanclub, nicht der Nachwuchs. Der Junge lacht über die Sätze seines Vorbildes und tätschelt den Arm des Lehrers. "Hahaha, Herr Müller!" Dauergrinsen extra-fettig.
Der Lehrer sitzt zurückgelehnt in seinem Sitz, lächelt selbstherrlich und genießt die Bewunderung des Jungen und dessen ungeteilte Aufmerksamkeit. Auch er ist vielleicht schon vor vielen Jahren aus dem offiziellen System geflogen, das ihn als wirklich von dieser Welt stammend ausweist. Die Schulkameraden des Buben feixen und der kleine Schleimer hat soeben ein paar weitere Minuspunkte gesammelt, die ihn aus dem Club der Coolen bis zur gefühlten Steinzeit ausstoßen werden. Der Knabe hängt unverdrossen an den Lippen seines Idols, welcher herablassende Dinge über sämtliche aktiven und geschichtlich bekannten Politiker der letzten einhundert Jahre zum Besten gibt. Unzusammenhängend, sinnlos, arrogant, eines Lehrers, der den Nachwuchs ausbilden soll, nicht würdig in dieser blasierten Art und Weise.
Ich hoffe still und für mich, dass wenigstens der Junge in absehbarer Zeit glaubwürdigere Idole finden möge, denen er nacheifert. Ich mag nicht mehr Zeuge sein, klinke meine Ohrstöpsel ein. Michael Jackson... Heal the World.... ja ja!
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Die Namen sind frei erfunden und die Geschichte gibt meine subjektiven Beobachtungen und Eindrücke wieder. An dieser Stelle einmal ein dickes Dankeschön an meine ehemaligen Lehrer (lang, lang ist's her ), die mich ernstgenommen und auf das Leben vorbereitet haben. Ich habe oft Glück gehabt, rückblickend betrachtet!
Sonntag, 28. März 2010
ClaudiaDiese Buchbesprechung handelt nicht so sehr von dem Inhalt der Bücher an sich sondern von der Hauptfigur der Bücher, Lisbeth Salander. Während des ersten Buches agiert sie absolut gnadenlos, unbarmherzig und konsequent und es kommt nur zwischen den Zeilen durch, warum sie so handeln "muss" wie sie handelt. Man bekommt nur eine leise Ahnung davon, was ihr persönlicher Hintergrund sein könnte. Es wird vieles nur angedeutet. Dennoch schafft sie es, in ihrer Kompromisslosigkeit zu überzeugen und zu faszinieren.
In den beiden weiteren Büchern jedoch schlägt Larsson gnadenlos zu. Die ganz große, dicke Verschwörung bis hinauf in höchste schwedische Regierungskreise. Massen an Eingeweihten, Mitwissern, Mitschuldigen in einem Fall, der im Grunde auf einen einzigen russischen Spion zurückgeht, der sich vor vielen Jahren nach Schweden abgesetzt hat. Ein Mädchenhändlernetzwerk und einige einfach nur tumbe Berufskriminelle ohne jegliche Motive, die man für seine Zwecke aber prima einspannen kann, da äußerst willig und allzeit gewaltbereit, runden das Szenario ab und der Telefonbuch-Effekt schlägt gnadenlos zu. Hat man zwei bis drei Figuren eingeordnet, tauchen vier bis fünf weitere auf, die auch noch irgendwie dazugehören und einem der Figuren in irgendeinem Zusammenhang bekannt und natürlich hoch- respektive gemeingefährlich sind.
Ich möchte ehrlich sein. Hätte ich nicht im ersten Buch Lisbeth schon ein wenig kennengelernt und wäre neugierig geworden auf ihre Geschichte, ich hätte mir den Rest nicht bis zum Ende angetan. Die Weltverschwörungsnummer ist nicht mein Ding. Vermutlich denken Männer gerne kompliziert, aber die Geschichte, so man davon ausgeht, sie könnte sich so zugetragen haben, wäre vor allem eines: vollkommen überflüssig in ihrem Ausmaß und in ihren Auswirkungen. Wir erinnern uns: Ein einziger russischer... genau. Da fällt frau doch eine schnellere Lösung ein! 
Zugute halten möchte ich Stieg Larsson, dass er diese Story wirklich sehr eingänglich und lesbar gestaltet hat. Was mir an der Geschichte selbst an Überzeugungskraft fehlt und manchen Figuren zuviel an Klischee anhaftet (allen voran der hehre als Single sich fröhlich durch die Weltgeschichte vögelnde Enthüllungsjournalist Mikael "Kalle" Blomquist, der es tatsächlich schafft, mit seinen Recherchen zwei Netzwerke von Kriminellen auszuheben und mit seinen darauf folgenden Enthüllungsbüchern die halbe schwedische Regierung aus den Angeln zu heben - jaaa klar doch ) hat er bei Lisbeth wieder wettgemacht. Selten hat es eine Figur eines Buches geschafft, mich so sehr in ihren Bann zu ziehen, wie es Lisbeth Salander tat. Sie blieb sich bis zum Schluss treu und auch wenn sie es am Ende des dritten Buches schafft, ein wenig aufzutauen und andere Menschen an sich heranzulassen, zumindest näher als bisher, so wird dennoch ihre Zerrissenheit deutlich und ihre überzeugenden Gründe dafür.
Ich will versuchen, Lisbeth ein wenig zu beschreiben, ohne allzuviel von der Story zu verraten, um den Lesespaß nicht zu mindern. Sie stammt aus absolut kaputten Familienverhältnissen. Da sie mit ihren begrenzten Möglichkeiten als Kind scheitert, weil ihr entweder niemand glaubt oder sie niemand schützt, um - wir erinnern uns - den Russen zu verstecken und dessen Existenz geheimzuhalten - verschafft sie sich mit härteren Methoden Gehör, um ihr Ziel zu erreichen, in Frieden leben zu können. Endet dies während ihrer Kindheit noch in einem Fiasko, weil der Mordversuch an ihrem Peiniger misslingt und sie in der Psychiatrie kaltgestellt wird, so entwickelt sie später die Fähigkeit, als Computer-Hackerin Informationen über andere Menschen zu sammeln. Ein Job bei einer Security-Firma ist genau die Position, in der sie ihre Talente entfalten kann. Ihre Methoden setzt sie nicht immer sauber, aber immer konsequent auf der richtigen Seite ein.
Besonders faszinierte mich an Lisbeth, dass sie trotz aller Widrigkeiten niemals in der Opferrolle verharrte. Sie hat immer einen Weg gesucht - und gefunden - um sich zu wehren und das zu tun, was sie tun wollte. Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln und trotz aller Begrenzungen, die ihr durch andere auferlegt wurden, denen ihre pure Existenz im Weg war. Dies schaffte sie überwiegend alleine, denn Hilfe - das hatte sie früh gelernt - hat sie nicht zu erwarten. Wann immer sie sich jemandem anvertraute, wurde sie verraten und es ging ihr noch schlechter als vorher. Ihre einzigen wirklichen Verbündeten sind zwei Mitglieder des geheimen Hackerclubs, dem sie angehört. Diese Menschen kennt sie aber nur über das Netz, nicht persönlich, und so stiefelt diese kleine, zierliche Frau ziemlich alleine durch das Leben und schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes durch. Andere Menschen lässt sie nur widerwillig in ihre Nähe und kommt ihr jemand - wie zum Beispiel Mikael - auf persönlicher Ebene zu nahe, wehrt sie diese schroff ab.
Sie schafft es tatsächlich, mit ihren begrenzten Möglichkeiten ihre Feinde zu stoppen und sich soweit vom Hals zu halten, um selbst ein ruhiges Leben führen zu können. Im Grunde geht es Lisbeth während der ganzen Geschichte um nichts anderes. Ihr wurde die Geschäftsfähigkeit aberkannt und sie hatte nur die Wahl, das was sie tun wollte und auch konnte - denn sie ist keineswegs unzurechnungsfähig - unerkannt auszuüben. So spielt sie vordergründig das üble Spiel mit, erstattet ihrem Betreuer Bericht über ihr Leben - zumindest über den offiziellen Teil - und betreibt "Konsequenzanalyse", wie sie das nennt. Denn Lisbeth hat früh gelernt, dass alles, was sie tut, Konsequenzen hat - zumeist negative Konsequenzen für ihr weiteres Leben - und diese analysiert sie stets unbestechlich. Nun ja, die Lösungen, auf die sie dabei kommt, sind nicht wirklich immer als astrein zu bezeichnen, aber sie sind zumindest immer eines: konsequent! 
Als ihr erster Betreuer, der sich wirklich um sie bemühte, einen Schlaganfall erleidet und der Nachfolger seine Machtposition in übelster Weise ausnutzt, beginnt Lisbeth zurückzuschlagen. Aus ihrer Deckungsposition - offiziell ist sie noch immer geschäftsunfähig und übt angeblich auch nur einen Hilfsjob aus - beginnt sie, sich zu wehren. Sie schafft es zunächst, sich ihren Betreuer vom Hals zu halten, indem sie einen Übergriff heimlich mitfilmt und ihm später in wehrloser Position sehr deutlich macht, dass er die Finger von ihr zu lassen hat. Von nun an lebt sie zunächst einmal wieder unbehelligt und kann sich ihrem eigenen Leben widmen. Doch das geht natürlich nicht lange gut, wäre ja auch langweilig. Sie hat noch immer ein paar alte Rechnungen offen und die Zeit drängt immer mehr, diese Rechnungen einzulösen, bevor die Gefahr für sie wieder zu groß wird.
Als sich später die Ereignisse überschlagen und sie bei einem weiteren Mordversuch an ihrem Peiniger mit einer schweren Schussverletzung im Krankenhaus und später in Untersuchungshaft landet, wird auch Lisbeth klar, dass sie Hilfe braucht. Nur widerwillig lässt sie zu, dass Mikael Blomquist und andere für sie kämpfen, die trotz aller Abweisung durch sie unverbrüchlich auf ihrer Seite stehen. Sie ist absolut kampfunfähig und hat keine andere Wahl. Erst spät wird ihr klar - Konsequenzanalyse - dass sie nicht alleine auf der Welt steht und nicht alles im Alleingang schaffen kann. Nicht aus der Position, in der sie sich befindet - verhaftet, unter Mordverdacht, entmündigt und für psychotisch erklärt. Und so lässt sie Hilfe zu und entwickelt sich - vorsichtig, aber bestimmt - in die richtige Richtung weiter. Bisher hatte sie keine Freundschaft erlebt und auch keinen Grund, an solche zu glauben. Nun erlebt sie, was Freundschaft bedeuten kann und dass nicht alles einen Eingriff in ihre Privatsphäre bedeutet, was anfangs danach aussieht. Ein schönes Ende für diese Geschichte.
Mein persönliches Fazit:
Vollkommen überzogener Grundplot mit weitläufigen Verschwörungstheorien (wer's mag...), aber absolut lesenswerte Entwicklungsgeschichte der Lisbeth Salander.
Stieg Larsson
Verblendung 687 Seiten Heyne Verlag 2006
Verdammnis 751 Seiten Heyne Verlag 2007
Vergebung 847 Seiten Heyne Verlag 2008

Sonntag, 7. März 2010
ClaudiaIch weiß nicht, ob es Zufälle gibt, aber zumindest schien es so, als mir dieses Buch bei Amazon als Empfehlung präsentiert wurde. Natürlich liegt es wohl eher daran, dass Amazon recht genau weiß, was ich so anklicke und kaufe, aber diese Empfehlung traf entgegen vieler anderer mitten ins Schwarze. Bücher über wahre Verbrechen lese ich allein aus Recherchegründen schon gerne, denn es ist für meine eigene Schreiberei äußerst interessant, wie die Wirklichkeit in der Polizeiarbeit und bei der Aufklärung von Verbrechen aussieht. Die Realität ist doch oft meilenweit von dem entfernt, was Fernsehen und Krimis gemeinhin darstellen, wie ich hier bereits feststellte.
Und ein starkes Stück Realität begegnet einem in diesem Buch!
Josef Wilfling war 42 Jahre lang im Polizeidienst tätig, davon 22 Jahre lang bei der Münchener Mordkommission. Authentisch und lebendig schildert der Vernehmungsspezialist Fälle aus seinem langen Berufsleben. Wie ein Kaleidoskop des Schreckens liest sich das, wovon er berichtet, thematisch geordnet nach den üblichen Mordmotiven. Der Autor nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Untiefen der menschlichen Seele. Und er klärt auch die spannende Frage: Töten Frauen anders bzw. aus anderen Motiven als Männer? Jep, das tun sie.
Die Abgründe, die dieses Buch aufzeigt, sind tief, Menschen wurden aus Beweggründen zu Mördern, die nur schwer fassbar scheinen. Nichtig und banal einerseits, andererseits offenbar (be-)drängend genug, um das Leben eines anderen Menschen auszulöschen, oft genug obendrein auf sehr grausame Art und Weise. Erschreckend, wie schnell mancher bereit ist, über Leben und Tod zu entscheiden und so kommt auch Wilfling nicht an der Erkenntnis vorbei, dass eigentlich jeder zum Mörder werden kann.
Aufschlussreich ist nicht nur die polizeiliche Ermittlungsarbeit an sich sondern auch, wie Wilfling die Mörder schließlich in der Vernehmung soweit brachte, ihre grausamen Taten und - weitaus spannender - ihre Motive zu gestehen. Hier tauchen Aspekte der Polizeiarbeit auf, von denen die Öffentlichkeit meist nicht viel mitbekommt.
Auch spart der Autor nicht den Konflikt aus zwischen der Polizei und der Justiz und deren unterschiedliche Betrachtungsweise desselben Sachverhaltes. Frustration wird überdeutlich zwischen den Zeilen, wenn er schildert, wie ein überführter Mörder dennoch mit einer milden Strafe davonkommt und anschließend weitermacht, weil Persönlichkeitsanteile des Mörders zu hoch gewichtet wurden und damit das Leid der Opfer aus dem Blickwinkel geriet bzw. bei der Verurteilung des Täters keine Rolle spielte.
Auch wenn man den Seiten eines Buches den Dialekt des Autors eher selten entnehmen kann, so wird im vorliegenden Buch doch schnell deutlich: Hier erzählt ein Münchner. Sachlich und professionell zwar, aber zwischendrin blitzt doch die eine oder andere recht anschauliche Formulierung durch und er redet nicht um den heißen Brei herum, ohne allerdings derb oder plump zu wirken. Gekonnt!
Dieses Buch habe ich an zwei Nachmittagen durchgelesen und es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich es zur Hand nehme.
Abgründe Wenn aus Menschen Mörder werden Josef Wilfling Heyne Verlag, März 2010 320 Seiten, Hardcover

Mittwoch, 3. März 2010
DirchZur Zeit lese ich eine Buchreihe aus dem Verlag "Das Beste" mit dem Namen „Unterwegs in die Welt von morgen.“ Und wie man es bei dem Reihentitel sicherlich schon vermuten mag, handelt es sich um Werke der klassischen Science-Fiction-Literatur. Erschienen ist die Reihe in den achtziger Jahren und beinhaltet Werke der verschiedenen Zeitepochen. Von den Anfängen der Sci-Fi-Kultur, wie H. G. Wells und Sir Arthur Conan Doyle, bis zu den ganz Großen der sechziger und siebziger Jahre, wie Robert A. Heinlein, die Strugazki-Brüder, Athur C. Clark, Allan D. Foster oder Isaac Assimov, um nur einige zu nennen. In der Regel beinhaltet ein Band zwei Geschichten, aber das eine oder andere Buch füllt auch einen ganzen Band für sich. Ich werde hier zwischendurch die eine oder andere Geschichte vorstellen, die mir besonders gefallen hat.
Anfangen möchte ich mit: Robert A. Heinlein - Von Stern zu Stern "Time for the Stars" Herausgegeben 1956
Die eineiigen Zwillinge Pat und Tom Bartlett haben ein sehr vorteilhaftes Talent. Sie können so leise miteinander flüstern, dass nur sie beide sich gegenseitig verstehen. Das ist natürlich in vielerlei Situationen überaus hilfreich, wie in der Schule oder gegenüber den Eltern. Eines Tages, kurz bevor die Zwillinge volljährig werden, spricht ein Mitarbeiter der "Akademie der Langzeitforschung" oder auch einfach abgekürzt "ALF", bei den Eltern vor. Er ist für das Projekt "Genetische Ermittlung" für ALF auf der Suche nach Zwillingen. Worum es genau gehe, wisse der Mitarbeiter auch nicht, nur dass es um einige Tests und Fragen ginge. Die Eltern willigen letztendlich ein, die Zwillinge auch, jedoch nicht bevor sie dem Mitarbeiter ein saftiges Honorar für ihre Teilnahme abgeschwatzt haben. Bei den Tests, an denen neben Pat und Tom noch viele Zwillingspärchen teilnehmen, stellt sich heraus, dass die Zwillinge tatsächlich so leise flüstern, dass niemand es hören kann, denn die beiden sind Telepathen und das Flüstern benutzen sie als Initiierung der Telepathie, von der sie selber gar nichts wussten. Einige weitere Tests und ein Vertragsangebot später stellt sich dann heraus, warum diese Zwillingspärchen für ALF so wertvoll sind. Alf hatte in vorhergehenden Studien nämlich festgestellt, dass Telepathie sich augenblicklich verbreitet, unabhängig von der Entfernung zwischen Sender und Empfänger, im Gegensatz zu herkömmlicher Kommunikation, die entsprechend Zeit benötigt, um den Weg zwischen Empfänger und Sender zurückzulegen. Ein Zwilling soll zur Besatzung eines "Fackelschiffes" gehören und der andere auf der Erde verbleiben. So könnte auch über riesige Entfernungen ohne Zeitverlust gesendet und empfangen werden. Zusätzlich werden telepathiefähige Drillingspärchen auf die Schiffe verteilt, die die Kommunikation zwischen den Schiffen ermöglicht. Zudem erhofft ALF sich Kommunikation, während sich die Fackelschiffe mit Lichtgeschwindigkeit durch den Raum bewegen und herkömmliche Kommunikation nicht möglich ist. Primäres Ziel der insgesamt 12 Fackelschiffe, die in verschiedene Richtungen des Alls fliegen, ist die Suche nach besiedelbaren Planeten. Aber auch die Erforschung, wie es der Telepathie möglich ist, ohne Raumzeit zu kommunizieren und nach Wegen zu suchen, diese Möglichkeit auch auf die Raumschiffahrt zu übertragen. Pat und Tom stimmen zu und mit der Hilfe ihres Onkels Steve, der ebenfalls in der Raumfahrt tätig ist, gelingt es ihnen, ihre Eltern ebenfalls zu überzeugen. Als sich jedoch Pat, der eigentlich auf das Fackelschiff "Lewis und Clarke" sollte, bei einem Skiunfall eine schwere Verletzung zuzieht, muss nun Tom an seine Stelle treten. Anfangs gefiel ihm dieser Gedanke noch sehr gut, da Pat ihn bei der Wahl, wer in den Raum fliegt, einfach übergangen hat. Doch als er erstmal auf der Reise ist, ist er sich nicht mehr so sicher, ob dies auch wirklich noch sein Wunsch ist.
Heinlein ist einer jener Autoren, die von ihrem Schreibstil leben. Er schreibt bunt, zackig, witzig, frech, sarkastisch und bisweilen auch zynisch und das alles zusammen gleichzeitig. Es ist mir immer wieder eine Freude, Heinlein zu lesen und dabei kommt es bei ihm gar nicht auf den Inhalt an, der aber immer gehaltvoll und ideenreich ist. Wer "Farmer im All" oder "Ein Mann in einer Fremden Welt" gelesen hat, weiß was ich meine. Heinlein hätte auch über Blumenzucht schreiben und damit einen Bestseller landen können! In "Von Stern zu Stern" greift Heinlein die Einsteinsche Relativitätstheorie auf und versucht sie zu erklären und stellt die entdeckten Planeten eher in den Hintergrund. In Grundzügen habe ich verstanden, was Heinlein erklären wollte, aber stellenweise war es doch ein wenig kompliziert, was aber Lesefluss und -lust kein Hindernis stellt. Das Grundprinzip der Relativität ist verständlich, die Abenteuer auf den Planeten sind spannend und die Soziologie, die Probleme, die so ein langer Flug unter der Besatzung und das Betreten den Hyperraumes mit sich bringen, sind gut recherchiert, konstruiert und nachvollziehbar.
Resumee: Heinlein bleibt für mich der Größte!
Noch einen schönen Tach sach! Der Dirch
Sonntag, 28. Februar 2010
DirchAnne McCaffrey - Ein Raumschiff namens Helva "The ship who sang"
Als Helva zur Welt kommt, droht ihr die Euthanasierung. Denn Helva ist verkrüppelt. Ein technisches Verfahren zur Bestimmung ihres Intelligenzquotienten rettet ihr jedoch das Leben, da es Helva eine hohen IQ bescheinigt. So entscheiden die Eltern, dass Helva ein Kapselmensch werden soll und gibt den Säugling in die Hände von "Central Worlds", einer Vereinigung, die sich der Verbreitung und der Verbesserung des Lebens im Universum bemüht, jedoch ohne gewinnmaximierenden Hintergedanken natürlich. 
Also wird Helva genetisch verändert, um ihren Körper am Wachstum zu hindern, sobald er groß genug ist, in eine unzerstörbare Titankapsel gebettet zu werden, die ihr Überleben sichert. Und seelisch sowie geistig konditioniert, um das Leben in solch einer Kapsel ertragen und das Maximum aus ihren geistigen Kräften herausholen zu können. An ihrem Gehirn werden Leitungen angebracht, sodass sie über elektrische Hilfsmittel hören, sehen und Werkzeuge wie Gliedmassen benutzen kann.
All dass sind Vorbereitungen auf ihren zukünftigen Einsatzzweck: Helva wird der denkende Teil eines Gehirnschiffes. Dazu wird sie in einer Titansäule eines Raumschiffes untergebracht und mit sämtlichen Steuerungen des Schiffes verbunden.
Zusammen mit einem "Muskel", einen von Central Worlds ausgebildeten Scout, den sich das Schiff selber aussucht und den mobilen Teil dieses Schiffes ausmacht, übernimmt diese Einheit aus Kapselmensch und Muskel Aufträge für Central Worlds, für die sie bezahlt werden. Helva kann auf diese Art und Weise die Kosten für ihre "Aufzucht und Modifikation" abbezahlen, um später dann vielleicht als freies Schiff arbeiten zu können.
Anne McCaffrey, eine der wenigen weiblichen Sci-Fi Autorinnen ihrer Zeit, das Buch erschien 1969, hat eine gelungene Mischung aus Technik, Soziologie und der Beschreibung unbekannter Welten geliefert. Sie erzählt die Abenteuer des singenden Raumschiffes in Episoden, greift wissenschafftliche Themen und Thesen auf und erklärt sie für jedermann verständlich, setzt sich mit sozialen Themen auseinander und gießt dies alles in einen soliden und spanennden Plot.
Der Anfang liest sich zuerst etwas knapp und mit Informationen etwas zurückhaltend, was sich aber sehr schnell wieder gibt. Besonders, wenn Helva so manches mal den Charakter einer widerborstigen Hexe zeigt. 
Diese Geschichte hat Charme, Humor und eine Wärme, die selbst die Großen der Szene, wie Asimov, Heinlein oder Foster nicht erreichen konnten. Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass eine Frau dieses Buch geschrieben hat.
Für jeden Sci-Fi-Fan empfehlenswert!
Noch einen schönen Tach sach! Der Dirch
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