Der Beobachter
Charlotte Link
Ein Roman in gewohnt gutem Schreibstil. Er verspricht recht angenehme Unterhaltung, wie man sie von Charlotte Link gewohnt ist. Sie versteht es, dem Leser einen Blick in die (Un-) Tiefen ihrer Hauptfiguren zu gestatten, so dass man gerne dranbleibt bis zum Schluss.
Dennoch werden dem geübten Krimileser im Laufe der Lektüre so einige Klischees begegnen und die Richtung, die das Buch bald nimmt, zeichnet sich ab:
Der einsame Sonderling, der den ganzen Tag spazierengeht und Leute beobachtet und sich dadurch verdächtig macht.
Das Hauptopfer, das aus lauter Langeweile in der Ehe die erste Gelegenheit zum Fremdgehen ergreift und dadurch ins Visier eines irren Mörders gerät, der alle tötet, nur nicht sie, obwohl sie angeblich sein eigentliches Ziel sein soll.
Der Held, ein Ex-Polizist, dessen Karriere nach einem ungerechtfertigten Vergewaltigungsvorwurf einen Bruch erlebt hat. Nun nimmt er aus Liebe zum verfolgten Opfer persönlich die Ermittlungen auf und gerät auch gleich selbst in die Schusslinie des ihn hassenden ehemaligen Kollegen und Ermittlers, weil er den einsamen Wolf markiert und auch noch heimlich in ihn verliebte Ex-Kolleginnen für seine Zwecke einspannt, welche ihn ihrerseits natürlich sogleich aus alter unerfüllter Liebe bereitwillig in die Ermittlungsergebnisse einweihen.
Und natürlich nicht zu vergessen die Staatsanwältin, die sich aus ärmlichsten Verhältnissen hochgearbeitet hat und deren Vergangenheit als Opfer sie zu ganz eigenwilligen Sichtweisen treibt.
So ist leider früh klar, wohin die Reise geht, wer es (nicht) war, wer welche Rolle spielt und das letzte Drittel ist nur noch ein Katz-und-Maus-Spiel, dessen glückliches Ende natürlich auch vorhersehbar bleibt. Eine kleine überraschende Wendung zum Schluss wäre nett gewesen, aber leider...
Fazit:
Ein solide aufgebauter Psycho-Krimi mit konventionellen Strukturen für zwischendurch. Große Überraschungen sind nicht zu erwarten, dennoch bietet der psychologische Aufbau der Figuren recht gute Unterhaltung.
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© Buchbesprechung 2012 Claudia Leweke
Schwarzer Schwan
Horst Eckert
Der Schwarze Schwan ist das erste Buch, das ich von Horst Eckert gelesen habe, und gleich ein hochpolitisches Werk. Eigentlich nicht so sehr meine Präferenz, daher möchte ich mich hier auf ein paar eigene Eindrücke beschränken. Eine wirklich ausführliche Rezension kann man bei der Krimi-Couch finden und es scheint mir nicht sinnvoll, hier noch einmal alles aufzuzählen.
Dennoch möchte ich nicht auf eine eigene Buchbesprechung verzichten, da mich das Buch sehr beeindruckt hat, sowohl sprachlich als auch vom Aufbau her. Die Fäden wurden geschickt geknüpft und zusammengeführt und es machte einfach Spaß, in diese Welt aus Macht, Geld und kaum verhohlener Kriminalität einzutauchen. Erschreckend, wenn man sich die Dimensionen einer Geschichte vor Augen führt, deren Vorbilder ja nur rudimentär verfremdet wurden. Der Hertener Stadtspiegel titelte am 22. November dazu, Horst Eckert wolle wohl verklagt werden. Nun, das Risiko scheint er auf jeden Fall zu lieben, auch wenn er den Klagewunsch vehement bestreitet. ![]()
Angenehm fällt auf, dass Eckert sehr genau recherchiert hat und weiß, worüber er schreibt. Und er schafft etwas, das eher selten ist, nämlich die Hintergründe der Finanzkrise und das politische Macht- und Ränkelspiel um Geld, Einfluss und Posten auch Lesern nahezubringen, die nicht so sehr mit den Geschehen vertraut sind. Köstlich die Szene mit “Mutti”, in welcher der Leser sich plastisch die Kanzlerin vorstellen kann, als säße er mit am Tisch, wenn sie um Posten und Bedingungen schachtert und dabei nonchalant ihre Karten bedeckt hält. Man könnte sie wirklich unterschätzen auf den ersten flüchtigen Blick, doch Mutti weiß genau, was sie will und wie sie es erreicht. Unbedingt lesenswert.
Der einzige Punkt, der mich ein wenig enttäuscht hat, waren die etwas zu blass geratenen Nebenhandlungen, so der Fall der entführten Leonie, der mir zu kurz kam inclusive der Auflösung des Falles. Ich lese ja sehr gerne Krimis, da hätten mich die Hintergründe dieses Falles interessiert. So war es nur eine mit eingeflochtene Nebenhandlung, die wohl eher der gründlicheren Einführung der Investmentbankerin Hanna Kaul und der Haupthandlung diente. Dasselbe leider mit den beiden Studenten Lilly und Patrick, die ihr Leben zwischen unbezahlten Praktika durch heikle Aktionen zu finanzieren versuchen, was gründlich - und für Patrick final - schiefläuft. Eine Handlung, die mehr Raum verdient hätte.
Insgesamt mein Eindruck: Auch für politische Laien ein durchaus spannendes und bereicherndes Werk, unbedingte Leseempfehlung. Es war nicht das letzte Buch, das ich von Horst Eckert lesen werde! ![]()
Das Buch kann im Buchhandel oder über den Amazon-Link bestellt werden.
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© Buchbesprechung 2011 Claudia Leweke
Sorry
Zoran Drvenkar
Schwierig, muss ich zugeben, hier eine adäquate Buchrezension zu schreiben und nicht nur einen gnadenlosen Verriss, denn Sorry ist ein Buch, das mich sehr neugierig gemacht hat, mich aber mit jeder weiteren Seite nicht gefesselt sondern eher gequält hat und mich ratlos, enttäuscht - und ja - böse - zurückließ.
Vorab, die Idee hat etwas witziges. Eine Agentur, gegründet von jungen Leuten, die sich gegen Honorar im Namen anderer Menschen entschuldigt, die nicht den Mut haben, es selbst zu tun. Dass es nicht nur bei den anfänglichen Standard-Aufträgen wie entlassenen Angestellten und enttäuschten Beziehungen bleiben würde, war klar, sonst wäre die Geschichte schnell abgehandelt und langweilig. Und was dieses Buch definitv nicht ist, ist langweilig. Eher im Gegenteil - leider! Denn der zugrundeliegende Plot eines Jungen, der jahrelang von Pädophilen missbraucht und dann mit seinem Älterwerden von diesen fallengelassen wurde, wird in diesem Buch gnadenlos vergeigt, ja wirkliche Opfer sogar verhöhnt, indem man ihre Qualen erst so eingängig schildert wie Drvenkar es schafft, ihnen danach aber eine solch absurde Entwicklung zuschreibt. Dieses Thema in Verbindung mit der erdachten Agentur hätte eine Menge Potential geboten für einen guten und wirklich außergewöhnlichen Thriller, denn der Schreibstil von Zoran Drvenkar ist wirklich sehr eingängig und prägnant. Da hätte Großes entstehen können.
Herausgekommen ist leider ein groteskes Werk, das zwischen Erzählperspektiven, Figuren und Zeiten hin- und herspringt wie ein Karnickel auf Speed. Der Leser ist oft damit beschäftigt, Figuren, Zeiten und Ereignisse zu sortieren und einzuorden, um den Überblick zu behalten (wer war nochmal... was war jetzt nochmal...), was einen Abstand zu dem Geschehen erzeugt, der dem Lesevergnügen nicht zuträglich ist. Die Erzählperspektive des Du, das den Leser in die Gedankenwelt des noch unbekannten Täters führen und eine Identifikation mit diesem herbeiführen soll, wird nicht konsequent gehalten sondern enthält auch immer wieder lange auktoriale Elemente, die da nicht hineingehören, die wieder die Szene nur objektiv schildern aus Sicht eines allwissenden Autoren. Die Erzählperspektiven und auch Zeiten wechseln ständig in ein Davor, Danach und weiß der Teufel noch wann und wer. Man fühlt sich wie jemand, dem etwas ins Kleinste hinein erklärt werden muss, weil er zu dumm ist, selbst seine Schlüsse zu ziehen. Vielleicht aber auch weil der Autor selbst nicht glaubt, was er da zusammenfabuliert hat und seine eigenen Motive begründet. Der Verdacht drängte sich mir einige Male auf.
Leider macht das auch das Ende des Buches aus. Während der Name des Täters früh bekannt ist, ist bis zum Schluss unklar, wer es wirklich ist, wer hinter diesem Namen steckt. Und die Überraschung, dass es nicht der ist, von dem man es glaubte, weicht der noch größeren Überraschung, dass für das ganze groteske und grausame Theater, das sich dort abspielt jemand verantwortlich ist, den es - bis auf ein vages Schuldgefühl aus Kindertagen - überhaupt nicht anfechten dürfte. Jemand, der sich anmaßt, nach Jahrzehnten am Rande des Geschehens stehend nun den großen Richter herauszukehren und Menschen grausam zu richten, der überhaupt keine Berechtigung zu haben scheint, irgendetwas wie größere Rachegedanken zu hegen, geschweige denn sie in solcher Weise auszuleben. Und so schluckt man schlussendlich auch noch an dem Brocken, dass die Agentur, deren Mitglieder zum Teil in der Geschichte umkommen, rein überhaupt nichts mit den Taten, dem Täter oder dem Grund des ganzen Zinnobers zu tun hat. Nein, der Täter wurde auf sie aufmerksam, weil er sich über die Anmaßung dieser jungen Menschen geärgert hat, im Namen anderer eine Entschuldigung auszusprechen. Er wollte es ihnen zeigen. Nun - das hat er, soviel kann ich verraten. Nur der einzige, der wirklich Grund gehabt hätte, so etwas wie Rachegedanken zu hegen, den focht das überhaupt nicht an und er hatte mit den ausufernden Geschehnissen - und ausufernd ist wirklich freundlich formuliert - nicht das Mindeste zu tun, denn er wurde selbst längst zum Mordopfer des Mannes.
Schade, Zoran Drvenkar. Autor und Buchidee sind mir sehr sympathisch, aber das Werk konnte meinen Geschmack nicht treffen. Wirklich traurig stimmt mich das in Bezug auf die letzte Seite des Buches, die Danksagung an helfende Personen. Diese Seite lässt erahnen, wie sehr sich der Autor selbst mit der Geschichte gequält hat, welche jahrelange Mühe darin steckte. Man hätte so unendlich viel daraus machen können und dieser Autor hätte das Potential dazu, ganz sicher!
Sorry! ![]()
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© Buchbesprechung 2011 Claudia Leweke


Lisbeth SalanderVerblendung - Verdammnis - Vergebung
Stieg Larsson
Buchbesprechung von 2010, übernommen von meiner Webseite
Diese Buchbesprechung handelt nicht so sehr von dem Inhalt der Bücher an sich sondern von der Hauptfigur der Bücher, Lisbeth Salander. Während des ersten Buches agiert sie absolut gnadenlos, unbarmherzig und konsequent und es kommt nur zwischen den Zeilen durch, warum sie so handeln muss, wie sie handelt. Man bekommt nur eine leise Ahnung davon, was ihr persönlicher Hintergrund sein könnte. Es wird vieles nur angedeutet. Dennoch schafft sie es, in ihrer Kompromisslosigkeit zu überzeugen und zu faszinieren.
In den beiden weiteren Büchern jedoch schlägt Larsson gnadenlos zu. Die ganz große, dicke Verschwörung bis hinauf in höchste schwedische Regierungskreise. Massen an Eingeweihten, Mitwissern, Mitschuldigen in einem Fall, der im Grunde auf einen einzigen russischen Spion zurückgeht, der sich vor vielen Jahren nach Schweden abgesetzt hat. Ein Mädchenhändlernetzwerk und einige einfach nur tumbe Berufskriminelle ohne jegliche eigene Motivation, die man für seine Zwecke aber prima einspannen kann, da äußerst willig und allzeit gewaltbereit, runden das Szenario ab und der Telefonbuch-Effekt schlägt gnadenlos zu. Hat man zwei bis drei Figuren eingeordnet, tauchen vier bis fünf weitere auf, die auch noch irgendwie dazugehören und einem der Figuren in irgendeinem Zusammenhang bekannt und natürlich hoch- respektive gemeingefährlich sind.
Ich möchte ehrlich sein. Hätte ich nicht im ersten Buch Lisbeth schon ein wenig kennengelernt und wäre neugierig geworden auf ihre Geschichte, ich hätte mir den Rest nicht bis zum Ende angetan. Die Weltverschwörungsnummer ist nicht mein Ding. Vermutlich denken Männer gerne kompliziert, aber die Geschichte, so man davon ausgeht, sie könnte sich so zugetragen haben, wäre vor allem eines: vollkommen überflüssig in ihrem Ausmaß und in ihren Auswirkungen. Wir erinnern uns: Ein einziger russischer... genau. Da fällt frau doch eine schnellere Lösung ein!
Zugute halten möchte ich Stieg Larsson, dass er diese Story wirklich sehr eingänglich und lesbar gestaltet hat. Was mir an der Geschichte selbst an Überzeugungskraft fehlt und manchen Figuren zuviel an Klischee anhaftet (allen voran der hehre als Single sich fröhlich durch die Weltgeschichte vögelnde Enthüllungsjournalist Mikael “Kalle” Blomquist, der es tatsächlich schafft, mit seinen Recherchen zwei Netzwerke von Kriminellen auszuheben und mit seinen darauf folgenden Enthüllungsbüchern die halbe schwedische Regierung aus den Angeln zu heben - jaaa klar doch) hat er bei Lisbeth wieder wettgemacht. Selten hat es eine Figur eines Buches geschafft, mich so sehr in ihren Bann zu ziehen, wie es Lisbeth Salander tat. Sie blieb sich bis zum Schluss treu und auch wenn sie es am Ende des dritten Buches schafft, ein wenig aufzutauen und andere Menschen an sich heranzulassen, zumindest näher als bisher, so wird dennoch ihre Zerrissenheit deutlich und ihre überzeugenden Gründe dafür.
Ich will versuchen, Lisbeth ein wenig zu beschreiben, ohne allzuviel von der Story zu verraten, um den Lesespaß nicht zu mindern. Sie stammt aus absolut kaputten Familienverhältnissen. Da sie mit ihren begrenzten Möglichkeiten als Kind scheitert, weil ihr entweder niemand glaubt oder sie niemand schützt, um - wir erinnern uns - den Russen zu verstecken und dessen Existenz geheimzuhalten - verschafft sie sich mit härteren Methoden Gehör, um ihr Ziel zu erreichen, in Frieden leben zu können. Endet dies während ihrer Kindheit noch in einem Fiasko, weil der Mordversuch an ihrem Peiniger misslingt und sie in der Psychiatrie kaltgestellt wird, so entwickelt sie später die Fähigkeit, als Computer-Hackerin Informationen über andere Menschen zu sammeln. Ein Job bei einer Security-Firma ist genau die Position, in der sie ihre Talente entfalten kann. Ihre Methoden setzt sie nicht immer sauber, aber immer konsequent auf der richtigen Seite ein.
Besonders faszinierte mich an Lisbeth, dass sie trotz aller Widrigkeiten niemals in der Opferrolle verharrte. Sie hat immer einen Weg gesucht - und gefunden - um sich zu wehren und das zu tun, was sie tun wollte. Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln und trotz aller Begrenzungen, die ihr durch andere auferlegt wurden, denen ihre pure Existenz im Weg war. Dies schaffte sie überwiegend alleine, denn Hilfe - das hat sie früh gelernt - hatte sie nicht zu erwarten. Wann immer sie sich jemandem anvertraute, wurde sie verraten und es ging ihr noch schlechter als vorher. Ihre einzigen wirklichen Verbündeten sind zwei Mitglieder des geheimen Hackerclubs, dem sie angehört. Diese Menschen kennt sie aber nur über das Netz, nicht persönlich, und so stiefelt diese kleine, zierliche Frau ziemlich alleine durch das Leben und schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes durch. Andere Menschen lässt sie nur widerwillig in ihre Nähe und kommt ihr jemand - wie zum Beispiel Mikael - auf persönlicher Ebene zu nahe, wehrt sie diese schroff ab.
Sie schafft es tatsächlich, mit ihren begrenzten Möglichkeiten ihre Feinde zu stoppen und sich soweit vom Hals zu halten, um selbst ein ruhiges Leben führen zu können. Im Grunde geht es Lisbeth während der ganzen Geschichte um nichts anderes. Ihr wurde die Geschäftsfähigkeit aberkannt und sie hatte nur die Wahl, das was sie tun wollte und auch konnte - denn sie ist keineswegs unzurechnungsfähig - unerkannt auszuüben. So spielt sie vordergründig das üble Spiel mit, erstattet ihrem Betreuer Bericht über ihr Leben - zumindest über den offiziellen Teil - und betreibt “Konsequenzanalyse”, wie sie das nennt. Denn Lisbeth hat früh gelernt, dass alles, was sie tut, Konsequenzen hat - zumeist negative Konsequenzen für ihr weiteres Leben - und diese analysiert sie stets unbestechlich. Nun ja, die Lösungen, auf die sie dabei kommt, sind nicht wirklich immer als astrein zu bezeichnen, aber sie sind zumindest immer eines: konsequent.
Als ihr erster Betreuer, der sich wirklich um sie bemühte, einen Schlaganfall erleidet und der Nachfolger seine Machtposition in übelster Weise ausnutzt, beginnt Lisbeth zurückzuschlagen. Aus ihrer Deckungsposition - offiziell ist sie noch immer geschäftsunfähig und übt angeblich auch nur einen Hilfsjob aus - beginnt sie, sich zu wehren. Sie schafft es zunächst, sich ihren Betreuer vom Hals zu halten, indem sie einen Übergriff heimlich mitfilmt und ihm später in wehrloser Position sehr deutlich macht, dass er die Finger von ihr zu lassen hat. Von nun an lebt sie zunächst einmal wieder unbehelligt und kann sich ihrem eigenen Leben widmen. Doch das geht natürlich nicht lange gut, wäre ja auch langweilig. Sie hat noch immer ein paar alte Rechnungen offen und die Zeit drängt immer mehr, diese Rechnungen einzulösen, bevor die Gefahr für sie wieder zu groß wird.
Als sich später die Ereignisse überschlagen und sie bei einem weiteren Mordversuch an ihrem Peiniger mit einer schweren Schussverletzung im Krankenhaus und später in Untersuchungshaft landet, wird auch Lisbeth klar, dass sie Hilfe braucht. Nur widerwillig lässt sie zu, dass Mikael Blomquist und andere für sie kämpfen, die trotz aller Abweisung durch sie unverbrüchlich auf ihrer Seite stehen. Sie ist absolut kampfunfähig und hat keine andere Wahl. Erst spät wird ihr klar - Konsequenzanalyse - dass sie nicht alleine auf der Welt steht und nicht alles im Alleingang schaffen kann. Nicht aus der Position, in der sie sich befindet - verhaftet, unter Mordverdacht, entmündigt und für psychotisch erklärt. Und so lässt sie erstmals wirklich Hilfe zu und entwickelt sich - vorsichtig, aber bestimmt - in die richtige Richtung weiter. Bisher hatte sie keine Freundschaft erlebt und auch keinen Grund, an solche zu glauben. Nun erlebt sie, was Freundschaft bedeuten kann und dass nicht alles einen Eingriff in ihre Privatsphäre bedeutet, was anfangs danach aussieht. Ein schönes Ende für diese Geschichte.
Mein persönliches Fazit:
Vollkommen überzogener Grundplot mit weitläufigen Verschwörungstheorien (wer’s mag...), aber absolut lesenswerte Entwicklungsgeschichte der Lisbeth Salander
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© Buchbesprechung 2010 Claudia Leweke
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